jueves, 14 de mayo de 2009

Exquisitos dramas de cámara

Marie-Nicole Lemiexu canta lieder de Schumann en Naïve
Robert Schumann (1810-1856): FRAUENLIEBE UND-LEBEN

Marie- Nicole Lemiexu, contralto
Daniel Blumenthal, piano

1. Liederkreis Op.39 [Joseph Eichendorff]
I. In der Fremde
II. Intermezzo
III. Waldesgespräch
IV. Die Stille
V. Mondnacht
VI. Schöne Fremde
VII. Auf einer Burg
VIII. In der Fremde
IX. Wehmut
X. Zwielicht
XI. Im Walde
XII. Frühlingsnacht


2. Die Löwenbraut Op.31 nº1 [Adelbert von Chamisso] [Drei Gesänge Op.31]

3. Frauenliebe und-Leben Op.42 [Adelbert von Chamisso]
I. Selt ich ihn gesehen
II. Er, der Herrlichste von allen
III. Ich kann's nicht fassen, nicht glauben
IV. Du Ring an meinem Finger
V. Helft mir, ihr Schwestern
VI. Süßer Freund, du blickest
VII. An meinem Herzen, an meiner Brust
VIII. Nun hast du mir den ersten Schmerz getan


4. Der Nussbaum Op.25 nº3 [Julius Mosen] [Myrthen Op.25]
5. Er ist's, from Op.79 nº23 [Eduard Mörike] [Liederalbum für die Jugend Op.79]
6. Loreley Op.53 nº2 [Wilhelmine Lorenz] [Romanzen und Balladen Op.53]
7. Widmung Op.25 nº1 [Friedrich Rückert] [Myrthen Op.25]
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NAÏVE V 5159 (Diverdi) [64'09'']
Grabación: Noviembre de 2008


El crecimiento de la contralto canadiense Marie-Nicole Lemieux (Quebec, 1975), una habitual del Barroco, se demuestra con sus dos últimos trabajos en solitario en Naïve, ambos imprescindibles para los amantes del lied: L'heure exquise (obviamente, música francesa) y ahora Schumann, de quien se nos ofrecen esos monumentos que son los Liederkreis Op.39 y Amor y vida de mujer Op.42, aderezados con otras piezas sueltas. A la frescura del timbre y la exquisitez del fraseo, Lemieux añade un dramatismo que se hace hondo y patético en La novia del león, sobre versos de Chamisso.

[Publicado en Diario de Sevilla el sábado 9 de mayo de 2009]


Schumann: Die Löwenbraut Op.31 nº1 [9'15''] Marie-Nicole Lemieux, Daniel Blumenthal

Mit der Myrte geschmückt und dem Brautgeschmeid,
Des Wärters Tochter, die rosige Maid,
Tritt ein in den Zwinger des Löwen;
Er liegt der Herrin zu Füßen, vor der er sich schmiegt.

Der Gewaltige, wild und unbändig zuvor,
Schaut fromm und verständig zur Herrin empor;
Die Jungfrau, zart und wonnereich,
Liebestreichelt ihn sanft und weinet zugleich:

"Wir waren in Tagen, die nicht mehr sind,
Gar treue Gespielen wie Kind und Kind,
Und hatten uns lieb und hatten uns gern;
Die Tage der Kindheit, sie liegen uns fern.

Du schütest machtvoll, eh wir's geglaubt,
Dein mähnenumwogtes königlich Haupt;
Ich wuchs heran, du siehst es: ich bin, -
Ich bin das Kind nicht mehr mit kindischem Sinn.

O wär ich das Kind noch und bliebe bei dir,
Mein starkes getreues, mein redliches Tier!
Ich aber muß folgen, sie taten mir's an,
Hinaus in die Fremde dem fremden Mann.

Es fiel ihm ein, daß schön ich sei,
Ich wurde gefreit, es ist nun vorbei:
Der Kranz im Haar, mein guter Gesell,
Und vor Tränen nicht die Blicke mehr hell.

Verstehst du mich ganz? Schaust grimmig dazu,
Ich bin ja gefaßt, sei ruhig auch du;
Dort seh ich ihn kommen, dem folgen ich muß,
So geb ich denn, Freund, dir den letzten Kuß!"

Und wie ihn die Lippe des Mädchens berührt,
Da hat man den Zwinger erzittern gespürt,
Und wie er am Zwinger den Jüngling erschaut,
Erfaßt Entsetzen die bagenden Braut.

Er stellt an die Tür sich des Zwingers zur Wacht,
Er schwinget den Schweif, er brüllet mit Macht,
Sie flehend, gebietend und drohend begehrt
Hinaus; er im Zorn den Ausgang wehrt.

Und draußen erhebt sich verworren Geschrei.
Der Jüngling ruft: bring Waffen herbei,
Ich schieß ihn nieder, ich treff ihn gut.
Aufbrüllt der Gereizte schäumend vor Wut.

Die Unselige wagt's sich der Türe zu nahn,
Da fällt er verwandelt die Herrin an:
Die schöne Gestalt, ein gräßlicher Raub,
Liegt blutig zerrissen entstellt in dem Staub.

Und wie er vergossen das teure Blut,
Er legt sich zur Leiche mit finsterem Mut,
Er liegt so versunken in Trauer und Schmerz,
Bis tödlich die Kugel ihn trifft in das Herz.