viernes, 16 de abril de 2010

Entre Dios y el sexo

Wolkenstein por Andreas Scholl y Crawford Young
OSVALD VON WOLKENSTEIN - SONGS OF MYSELF

Andreas Scholl, contratenor y barítono
Shield of Harmony
Director: Crwford Young

Kathleen Dinee, soprano y arpa
Marc Lewon, guitarra, laúd, fídula y nyckelharpa
Margit Übellacker, dulcemelos
Crawford Young, laúd y guitarra


Oswald von Wolkenstein (c.1377-1445)
1. Es fugt sich (I, II, III)
2. Herz, mut, leib, sel

3. Anónimo: Parlamento

Oswald von Wolkenstein
4. Fröhlich zärtlich
5. Di molen van pariis (Tenor / Contra de Pierre de Molins, siglo XIII)

6. Anónimo: Mi, mi, sol, fa
7. Oswald von Wolkenstein: Grasselick lif
8. Heinrich von Laufenberg (c.1390-1460): Bist grusst maget reine

Oswald von Wolkenstein
9. Durch Barbarei, Arabia
10. Es fugt sich (IV, V)
11. Ach, senliches leiden
12. Des himels trone
13. Nu rue mit sorgen

14. Anónimo: Mit ganzem willen wunsch ich dir

Oswald von Wolkenstein
15. Kom, liebster man
16. Jeloymors (Tenor de Gilles Binchois, c.1400-1460)
17. Der Mai mit lieber zal
18. Vierhundert jar
19. Der oben swebt
20. Es fugt sich (VI, VII)
21. Wes mich mein bühl
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HARMONIA MUNDI HMC 902051 [80'53'']
Grabación: Junio de 2009


Considerado como el último de los Minnesänger medievales, Oswald von Wolkenstein (c.1377-1445) fue un personaje fascinante, que en sus más de cien canciones se muestra obsesionado con los viajes, Dios y el sexo. Andreas Scholl hace un trabajo casi instrumental con su doble voz (aparte de como falsetista canta algunos temas con su voz natural de barítono), integrándose de forma por completo natural en los sutiles contrastes que se envuelven en los timbres delicados (casi todos de cuerdas pulsadas) del conjunto Shield of Harmony que dirige el histórico Crawford Young.

[Publicado en Diario de Sevilla el sábado 10 de abril de 2010]


Wolkenstein: Fröhlich zärtlich. [3'06''] Andreas Scholl. Shiel of Harmony. Crawford Young


I
Fröhlich, zärtlich, lieplich und klärlich, lustlich, stille, leise,
in senfter, süßer, keuscher, sainer Weise
wach, du minnikliches, schönes Weib,
reck, streck, breis deinen zarten, stolzen Leib!
Sleuß auf dein vil liechte öglin klar!
taugenlich nim war,
wie sich verschart der Sterne gart
inn der schönen, haittren, klaren Sunne Glanz.
Wohl auff zu dem Tanz!
machen ainen schönen Kranz
von schawnen, prawnen, plawen, grawen,
gel, rot, weiß,
viol plümlin spranz.

II
Lünzlot, münzlot, klünzlot und zisplot, wisplot freuntlich sprachen
aufs waidelichen, güten, rainen Sachen
sol dein pöschelochter, rotter Mund,
der ser mein Herz lieplich hat erzunt
und mich fürwar tausent mal erweckt,
freuntlichen erschreckt
aus slauffes Träm, so ich ergäm
ain so wolgezierte, rotte, enge Spalt,
Lächerlich Gestalt,
Zendlin weiß dorin gezalt,
trielisch, mielisch, vöslocht, röslocht,
hel zu vieiß
waidelich gemalt.

III
Wolt si, solt si, tät si und käm si, nähm si meinem Herzen
den senikleichen, großen, herten Smerzen,
und ain Brüstlin weiß darauff gedruckt,
secht, slecht so wer mein Traueren gar verruckt.
Wie möcht ain zart seuberliche diern
lustlicher geziern
das Herze mein an argen Pein
mit so wunniklichem, zarten, rainen Lust?
Mund Mündlin gekusst,
Zung an Zünglin, Brüstlin an Brust,
Bauch an Beuchlin, rauch an reuchlin,
snel zu fleiß
allzeit frisch getusst.

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